Jugend debattiert

Soll man eine ausgestopfte Katze als Haustier halten?

Sollen Menschen ab 70 verpflichtet werden, wöchentlich zwei Stunden Rockmusik zu hören?

Sollen alle Lehrkräfte am KGB freitags in Grün gekleidet sein?

Anhand dieser Scherzfragen trainierten Lehrkräfte des Kopernikus Gymnasiums Bargteheide am Wochenende systematisch das freie Reden. Mit aktivierenden Übungen wurde ihnen praxisnah vermittelt, eine gute Debatte durchzuführen. Immer wieder konnten die Teilnehmer*innen so in die Rolle der Schüler*innen schlüpfen und am eigenen Leibe erfahren, wo sich im Unterricht Chancen auftun und an welcher Stelle die Lerngruppe vor Herausforderungen gestellt sein wird.

Die Deutschfachschaft hat nun nahezu komplett die Fortbildung „Jugend debattiert“ besucht und will fortan in der Mittel- und Oberstufe Unterrichtseinheiten durchführen, in denen das Debattieren erlernt werden soll. Auch im Fremdsprachenunterricht kann handlungsorientiert eine Vielzahl sprachlicher Fähigkeiten auf diese Weise vertieft geschult werden. Alle Fächer profitieren davon, dass die Schüler*innen nun in der Lage sein werden, Themen systematisch von zwei Seiten zu beleuchten und in den Dialog treten zu können.

Diese meinungs- und persönlichkeitsbildende Methode fördert nicht nur die kommunikativen Fähigkeiten, sondern auch die politische Urteilsbildung. Die Schüler*innen sollen lernen, sich gegenseitig zuzuhören, fair zu streiten und Stellung zu beziehen.

Neben dem Training im Unterricht möchten wir als Schule künftig auch am bundeweiten Wettbewerb von „Jugend debattiert“ teilnehmen. Den Startschuss dafür wollen wir in diesem Halbjahr mit einem Schulwettbewerb geben.

Eine thematisch dem Zeitgeist entsprechende Debatte bildete für die Fortbildungsteilnehmer*innen den Seminarabschluss. Die ihr zugrunde liegende Entscheidungsfrage wurde anschaulich von beiden Seiten beleuchtet und lautete:

Sollen Flugreisen bei Studienfahren verboten werden?

Nach so viel Selbsterfahrung freuen wir uns nun darauf, die Debattenkultur an unserer Schule zu stärken und mehr Raum für Diskussion und Mitsprache zu schaffen.

Caroline v. Sobbe